Luis Trenker, Bergfilmikone

Wenn man in Gröden oder - wie wir - auf der Geislergruppe, der Sellagruppe, dem Langkofel, dem Schlern oder auf der Seiser Alm unterwegs ist, kommt man um einen berühmten Sohn des Tales nicht herum - Luis Trenker. Der Bergsteiger, Filmemacher, Regisseur und Schriftsteller wurde 1892 im damals österreich-ungarischen St. Ulrich in Gröden geboren. 

Recht früh, als die bewegten Bilder Anfang des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen steckten, entwickelte sich das Genre des Bergfilms heraus. Das Gebirge dient nicht mehr nur als reine Kulisse, sondern rückt selbst in die Hauptrolle. Eine Ikone dieses damals noch jungen Genres ist eben Luis Trenker.

Erstmals zu sehen war Trenker 1924 in dem Streifen Der Berg des Schicksals vom deutschen Regisseur Arnold Fanck. Aber bald schon begann er eigene Ideen und Filmprojekte zu verwirklichen und so entstanden Klassiker wie Berge in Flammen (1931), Der Rebell (1932), Der verlorene Sohn (1934) oder Duell in den Bergen (1950). Trenker verstand es dabei wie kaum ein Zweiter ein spannendes Thema mit einer dramatischen Handlung und einer perfekten Inszenierung zu vereinen.

Besonders angetan hat ihn aber ein Thema: Der dramatische Wettkampf um die Erstbesteigung des Matterhorns zwischen dem Italiener Jean Antoine Carrell und dem Briten Edward Wimper im Jahr 1865. Zunächst behandelte er dieses Thema 1928 in dem Stummfilm Der Kampf ums Matterhorn, bevor er 1938 das vertonte Remake Der Berg ruft herausbrachte. In diesem dramatisch zugespitzten und die Handlung sehr verdichtenden Spielfilm spielt Trenker selbst die Rolle des Italieners Carrell, dem schlussendlich die Erstbesteigung des höchsten Bergs der Alpen von italienischer Seite gelang. Der Berg ruft ist zweifelsohne in die Liste der Bergfilmklassiker einzureihen.

Am Ende seines Lebens setzte sich Trenker für den Umweltschutz ein und sprach sich unter anderem vehement gegen einen Neubau der "Alemagna"-Autobahn durch das Oberpustertal aus. Im Alter von 97 Jahren starb Trenker am 12. April 1990 in Bozen, etwa 30 Kilometer von seinem Geburtsort St. Ulrich entfernt. 


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Kommentare: 1
  • #1

    Joachim Förster (Samstag, 13 September 2014 14:46)

    Hallo Björn,
    schön diese alten Filme von Luis Trenker einmal wieder zu sehen. Es ist wirklich eine gute
    Idee von dir, mit diesen Filmaufnahmen, eine Einstimmung für eure Bergtour zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Jochen